
Hanse-Express RE1
Willkommen im Hanse-Express RE1!
Von einer Hansestadt zur anderen: Die Hanse-Express Züge der Linie RE1 bringen Sie bequem und preiswert von Hamburg nach Rostock und zurück.
Entlang der Strecke locken Kleinode wie Boizenburg an der Elbe mit seinen vielen kleinen Brücken oder Herrschaftliches wie das Schloss der Residenzstadt Schwerin. Ein paar Halte weiter wartet bei Bad Kleinen das schöne Schloss Wiligrad auf einen Besuch. Die Natur hautnah erleben können Sie in Bützow beim Paddeln auf der Warnow oder im Kletter- und Erlebniswald in Schwaan. Mit besonderem Flair zwischen Backsteinmauern und Ostseebrise begrüßt Sie schließlich die Hansestadt Rostock.Interview: Frischer Wind im Hanse-Express
Modernisierung von 38 Wagen auf der Linie RE1 zwischen Rostock und Hamburg
Seit 2023 sind auf der Strecke der Linie RE1 zwischen Rostock und Hamburg alle Fahrzeuge mit mehr Komfort unterwegs.
Welche Herausforderungen die Modernisierung des Hanse-Express mit sich brachte und über welche Neuerungen sich die Fahrgäste in Mecklenburg-Vorpommern freuen konnten, darüber berichtete uns Jens Ehrlich, Fahrzeugprojektmanager von DB Regio Nordost, im Jahr 2022:
Herr Ehrlich, was gehört genau zu Ihren Aufgaben?
Als Projektleiter bin ich für alle Prozesse und deren Teilschritte verantwortlich. Ich trage Sorge dafür, dass wir alle 38 Wagen im Zeitplan – wie mit der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbh (VMV) vereinbart – in unserer Werkstatt in Rostock fertigstellen. Ich stehe im Kontakt zu vielen DB-Fachbereichen sowie zu externen Partnern, die am Projekt beteiligt sind. Schon im Sommer 2021 habe ich gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen des Verkehrsvertragsmanagement ein Fahrzeugkonzept ausgearbeitet. Wir mussten klären, welche Wagen wie, wo und wann modernisiert werden können. Alles in allem ist es schon recht komplex, vor allem, weil die Modernisierung „unter rollendem Rad“ geschieht.Was bedeutet „unter rollendem Rad“?
Damit ist gemeint, dass alle Fahrzeuge sukzessiv aus dem Verkehr genommen und in die Werkstatt überführt werden, wo sie neben der planmäßigen Instandhaltung auch eine Frischekur und eine technologische Weiterentwicklung erhalten. Und das alles, ohne dass es hierbei zu Zugausfällen kommt. Das muss alles ganz genau geplant werden.Was genau ist neu?
Der Fokus liegt auf der technischen Seite, dem Einbau des WLANs. Reisende können zukünftig auch im Hanse-Express surfen und sich mit Nachrichten, Podcasts und Sprachkursen im Regio Guide die Fahrzeit verschönern. Außerdem gibt es ein frisches Foliendesign mit Ostseemotiv in den WC-Räumen. Die Spezialfolien beugen Schmierereien vor und erleichtern die Reinigung. Darüber hinaus unterstützen sogenannte Perlschnüre – eine moderne Übersicht der Haltestationen – sowie neue Liniennetze und Piktogramme die Orientierung im Zug. Nach Bedarf werden Sitzpolster gereinigt oder ausgetauscht und Tische oder Armlehnen erneuert. Und von außen strahlt der frisch lackierte Steuerwagen wieder in Verkehrsrot.Wann ist der erste Wagen fertig?
Im Januar sind wir mit dem ersten Musterfahrzeug fertig geworden. Weitere Musterfahrzeuge für andere Bauarten sind seit Mitte Februar fertiggestellt und einer erfolgreichen Qualitätsprüfung unterzogen worden. Im März ist der Serieneinbau des WLANs gestartet. Seitdem wird bis zum Herbst diesen Jahres planmäßig jede Woche ein neuer Wagen fertiggestellt.Was sind dabei die größten Herausforderungen?
Es ist wirklich ein sportliches Projekt! Der kurze zeitliche Rahmen für die Umsetzung ist die größte Herausforderung für uns. In der Planung ist es vor allem die organisatorische Komplexität, den Hanse-Express unmerklich für den Fahrgast aus dem Regelbetrieb herauszuholen und die modernisierten Wagen wieder einzufädeln. Das bedarf einer detaillierten Planung und einer sehr guten Zusammenarbeit mit den Werkstattmitarbeiter:innen.Was ist besonders komplex?
Für die Werkstatt ist vor allem die technische Umsetzung eine große Herausforderung. Denn der Einbau des WLANs im Zug ist dann doch etwas komplizierter als das Einrichten eines WLAN-Routers zu Hause. Es müssen sogenannte „Colibri WLAN-Kits“ je nach Bauart des Wagens im Funktionsraum oder in der Decke neben dem WC eingebaut werden. Danach werden die Kabel durch die Verkleidung im Dach des Zugs gelegt und Löcher für Antennen eingebracht. So wird Internet über das Mobilfunknetz empfangen, das an die Reisenden in Form des WLANs weitergegeben wird. Schließlich muss das Dach wieder wasserfest verschweißt werden, damit auch alles schick aussieht und fit ist für die Strecke.Was mögen Sie besonders an Ihrem Job?
In meinem Job mache ich genau das, was mir Spaß macht. Ich mag es, sowohl mit den Mitarbeiter:innen unserer Werkstatt als auch mit externen Partnern zusammenzuarbeiten. Jedes Projekt ist anders gestrickt und man lernt jedes Mal wieder Neues kennen. Darüber hinaus macht es mir immer Spaß, vor Ort zu sehen, wie sich das Projekt entwickelt. Ich mag es sehr, das Ergebnis meiner Arbeit sehen zu können. Wenn ich zum Beispiel für dieses Projekt das neue WLAN im Zug teste und es funktioniert, freue ich mich riesig.