Ab in den Urwald

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Ab in den Urwald

Artikel: Ab in den Urwald

Auf Entdeckungstour durch den Müritz-Nationalpark

Wälder, Moore und Seen, so weit das Auge reicht: In Deutschlands größtem Nationalpark jenseits des Meers erleben Besucher noch so etwas wie nordisches Dschungel-Feeling. Von der Hirschbrunft bis zur Adlersafari bieten Ranger und Führer östlich der Müritz spannende Naturerlebnisse hautnah. Sie sind auf eigene Faust unterwegs? Auch dann erwarten Sie viele eindrucksvolle Erlebnisse.

So große Waldgebiete wie im Müritz-Nationalpark sind in Deutschland einzigartig. Mehr als 70 Prozent des rund 320 Hektar großen Nationalparks ist mit purem Wald bedeckt. Der Rest sind unzählige Seen, Moore, Wiesen und Weiden. Zu DDR-Zeiten waren Teile des Nationalparks Sperrgebiet, Spitzenpolitiker nutzten ihn als Jagdgebiet, das Militär für Truppenübungen. Mit Folgen für die Natur: Sie konnte sich weitgehend unberührt entwickeln und bedrohte Tierarten siedelten sich an.

Der Fischadler ist eine von ihnen. Von April an lockt das Nationalpark-Informationszentrum in Federow rund 8 Kilometer östlich von Waren Naturfreunde zu einem besonderen Live-Erlebnis: Über eine Videokamera am Fischadler-Horst können sie hautnah miterleben, wie ein Fischadler-Paar sein Nest bezieht. Zentrumsleiter Axel Schultz erwartet für Mitte Mai die ersten kleinen Greifvögel. „Zu beobachten, wie die Jungtiere schlüpfen und irgendwann selbst auf Jagd gehen, gehört zu den Höhepunkten hier im Nationalpark“, erzählt Schultz. Darüber hinaus bietet das Informationszentrum geführte Wanderungen und Radtouren bis in den Herbst. Ein weiteres Highlight: Die geführte Kranich-Beobachtung. „Ab September rasten Tausende Kraniche hier, das Spektakel sollte man gesehen haben“, so Schulz. Im Spätherbst ist es dann die Brunftzeit der Hirsche, die Naturfreunde zu einer Führung animieren. Neben dem Federower Informationszentrum bieten auch Ranger der Nationalpark-Verwaltung begleitete Tierbeobachtungen an. 

Wer lieber individuell unterwegs ist, kommt ebenso auf seine Kosten. Zahlreiche Wander- und Radwege durchlaufen den Nationalpark, in der Saison bringt der „Müritz-Nationalpark-Bus“ Wanderfreudige vom Bahnhof einmal rund um Norddeutschlands größten Binnensee. Die Mitnahme von Rädern ist erlaubt. Am Rederangsee südlich von Federow lassen sich besonders gut Fisch- und Seeadler sowie Kraniche beobachten. Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel: der Müritzhof. Zu DDR-Zeiten diente der Bauernhof als „zentrale Lehrstätte für Naturschutz“, heute grasen hier Fjällrinder und Gotlandschafe zur Landschaftspflege. In den warmen Monaten sitzen Sie bei selbst gemachten Kuchen auf der Terrasse und genießen einen herrlichen Rundumblick auf Tierweiden und Müritzwiesen. Schöner lässt sich eine Wanderung kaum ausklingen.

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Tipp:

Warum der Nationalpark besonders im Frühjahr reizvoll ist, und wie Podcast-Neuzugang Caro und mit René die Naturschönheiten an der Müritz entdeckt, erfahren Sie im Podcast „Treib gut!“ in Folge 31. Außerdem sind Caro & René für Sie schon einmal auf eine Schatzsuche gegangen, die Sie in Waren bald selbst live erleben können. 

Anfahrt:

Der Regionalexpress RE5 bringt Sie bequem nach Waren. Vom Bahnhof fährt der „Müritz-Nationalpark-Bus“ zwischen Anfang April und Ende Oktober einmal um die Müritz, auch nach Federow. Von dort sind es ca. 6,5 Kilometer bis zum Müritzhof. Den Rederangsee erreichen Sie von Federow aus nach 5 Kilometern.