Artikel: Ab Kratzeburg den Müritz-Nationalpark erkunden
Das Nationalparkdorf Kratzeburg ist als Haltepunkt der Linie RE5 der ideale Ausgangsort für aktive Touren im Müritz-Nationalpark – ob wandern, radeln oder paddeln. Denn von Kratzeburg aus führen sowohl Wanderwege als auch regionale und überregionale Radrouten und Paddeltouren durch die Mecklenburgische Seenplatte. Die Havel mit ihren Seen prägt die Landschaft voller Wälder, Wiesen und kleiner Dörfer.
Will man Wandern, Wasser und Wald kombinieren, ist die 14 Kilometer lange Runde um den Käbelicksee und Granziner See ein guter Tipp. Der Weg ist mit dem Symbol eines Greifvogels markiert und führt von der Kratzeburger Dorfstraße durch die Bahnunterführung hinein in den Wald. Eine Weile verläuft der Pfad zwischen Bäumen und dem Ufer des Käbelicksees, bis der Ort Granzin erreicht ist. Hier lohnt bei gutem Wetter eine Pause, um im Granziner See zu baden. An der Kirche vorbei geht es wieder in den Wald, der hier einen ganz anderen Charakter hat: Auf dem sandigen Boden eines ehemaligen Truppenübungsplatzes entwickelte sich nach und nach wieder die Vegetation. Im Sommer 2026 brannte ganz in der Nähe ein Teil des Waldes nieder – auch hier wird in den nächsten Jahren die erstaunliche Kraft der Natur zur Regenation erkennbar sein.
Troja entdecken im Schliemann-Museum Ankershagen
Auch mit dem Rad lassen sich die Wälder und Seen rund um Kratzeburg erkunden. Gut gewartete Leihräder verleiht Kanu Hecht im Ortsteil Dalmsdorf, nur circa 750 Meter vom Bahnhof Kratzeburg entfernt. Allerdings sind die regionalen Routen zwar gut ausgeschildert, aber nicht immer leicht zu befahren – wer eher das Naturerlebnis sucht und auch die Geduld hat, mal ein Stück durch Sand zu schieben, ist hier trotzdem richtig. Das gilt beispielsweise für einen Teil der 20 Kilometer langen, landschaftlich sehr idyllischen Route zum Schliemann-Museum in Ankershagen mit Abstecher zur Havelquelle. Markiert ist sie mit einem roten Rad. Von der Dorfstraße Kratzeburg aus fährt man Richtung Dambeck, über Waldwege weiter nach Bornhof und bis Ankershagen. Blühende Wiesen, stille Gewässer und uriger, teils mooriger Wald prägen die Gegend. Das Schliemann-Museum erzählt Wissenswertes über den Troja-Entdecker Heinrich Schliemann. Ein Imbiss sorgt für die Stärkung vor der Weiterfahrt. Der Rückweg führt über asphaltierte Wege. Unterwegs kann auch die Quelle der Havel besichtigt werden, die sich von hier aus über 334 Kilometer in einem großen Bogen über Berlin und Potsdam bis zur Elbe schlängelt.
Wer eine Alternative mit besser befahrbaren Wegen sucht, kann von Kratzeburg aus bis Neustrelitz fahren die 26 Kilometer lange Rundtour mit dem gelben Rad führt größtenteils auf Straßen und flachen, festen Waldwegen entlang.
Auf der Havel durch den Müritz-Nationalpark paddeln
Zeit für einen Perspektivwechsel: Mit dem Kajak oder Kanadier geht’s aufs Wasser und über die Havelseen. Das Team von Kanu Hecht verleiht die passenden Boote und gibt Tipps für die Tour. Wenn man Ingo Hecht allerdings fragt, wie lange man für eine bestimmte Strecke braucht, lautet die Antwort: „Das ist die falsche Frage im Urlaub. Lassen Sie sich einfach treiben!“ Schließlich gibt es unterwegs viel zu sehen und genügend Gründe für eine Pause: Wasservögel und Greifvögel am Himmel, zufriedene Kühe auf den Wiesen am Ufer, Badestellen am Granziner See und am Pagelsee, den Havelkrug Granzin mit italienischen Köstlichkeiten und den Imbiss der Havel-Nationalpark-Fischerei in Babke. Vor dem Pagelsee und noch einmal nach dem Zotzensee werden die Kanus mit der Lorenbahn auf Schienen über Land gefahren – ebenfalls eine gute Gelegenheit für eine Rast und nette Gespräche mit anderen Paddelnden. Je nach Zeit und Laune kehrt man an geeigneter Stelle um oder vereinbart mit dem Kanu-Team die Abholung mit dem Shuttle-Bus, entweder in Babke oder nach insgesamt 15 Kilometern in Blankenförde.
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