Artikel: Freizeit- und Familienpark Miniaturstadt Bützow
Mega-Spaß in der Mini-Stadt: das historische Bützow im Kleinformat erleben
Der Freizeit- und Familienpark Miniaturstadt Bützow bietet ein einzigartiges Erlebnis: Besuchende flanieren als „Riesen“ durch den nachgebauten Ort mit fast 150 Häusern im Maßstab 1:10. So lässt sich die Stadt aus ganz neuer Perspektive entdecken. Die nahezu originalgetreuen Nachbildungen aus Tausenden Teilen zeigen die Gebäude aus der Zeit von 1850 bis 1900. So wird man ruckzuck zum Riesenmenschen: Der Blick schweift über die Dächer und man erblickt Details, die in der „großen“ Stadt nicht zu erkennen sind. Der mehr als sieben Meter hohe Kirchturm überragt die „Riesen“ allerdings deutlich. Allein für die Miniatur-Stiftskirche haben die Erbauer und Erbauerinnen fast drei Jahre benötigt – Stück für Stück wurden die Einzelteile ausgestanzt, teilweise mit Hilfe von Zahnarztbesteck zusammengesetzt und aneinandergeklebt.
Ein Besuch in der Miniaturstadt Bützow macht Menschen zu Riesen
Handwerk und Leidenschaft für die Miniaturstadt
Im Oktober 1995 begann alles mit einer Idee: Wie wäre es, wenn arbeitssuchende Menschen sich an einem Projekt nach einem dänischen Vorbild beteiligen und das historische Bützow im Kleinformat zum Leben erwecken? Nach und nach entstanden die ersten Häuser – heute sind es 145 und insgesamt 240 sind geplant. Bisher stehen in der Miniaturstadt neben der Kirche und dem Rathaus zum Beispiel das Schloss und das Krumme Haus mit Stadtbibliothek und Heimatmuseum sowie das ehemalige Zentralgefängnis. Fotos, Postkarten und Baupläne aus dem 19. Jahrhundert bilden die Vorlage für die Modelle.
In der Werkstatt der Miniaturstadt hämmern, sägen, stanzen und kleben Menschen, die früher Tische gebaut, Steine aufeinandergesetzt oder Fleisch verkauft haben. Sie alle haben aus dem einen oder anderen Grund ihren Job verloren – als „Nebenwirkung“ der Wendezeit oder durch persönliche Schicksalsschläge. Nun setzen sie ihr handwerkliches Geschick, ihre Geduld und Leidenschaft dafür ein, historische Gebäude in filigraner Detailarbeit nachzubilden und so ein Stück Geschichte erlebbar zu machen.
In der Werkstatt der Miniaturstadt Bützow entsteht die ehemalige Wassermühle als historische Nachbildung
Minigolf, Dschungelcamp und Hochzeitsglocken
Wer vom Wandeln durch die pittoreske Mini-Stadt noch nicht genug hat, kann im Freizeit- und Familienpark Bützow den Minigolf-Schläger auf der 18-Loch-Anlage schwingen, mit den Kindern den Spielplatz besuchen oder im nahegelegenen „Dschungelcamp“ übernachten. So wird liebevoll das Walddorf mit rustikalen, einfach ausgestatteten Holzhütten in mehreren Metern Höhe genannt. In erster Linie wird es als Feriencamp für Kinder genutzt, steht aber auch abenteuerlustigen Erwachsenen offen, die ihren Schlafsack dabeihaben. Und wer seinem Partner oder seiner Partnerin endlich das Ja-Wort geben will und dafür eine ungewöhnliche Kulisse sucht: In der Miniaturstadt werden auch standesamtliche Trauungen durchgeführt.
Dank der unermüdlichen Arbeit des Miniaturstadt-Fördervereins und vieler Ehrenamtlichen hat sich der Park so zum echten Anziehungspunkt in der Region entwickelt.
Das Rathaus im Tudor-Stil und die Stiftskirche in der Miniaturstadt Bützow
Die Linien RE1 und RE4 halten in Bützow. Von dort sind es rund 1,5 Kilometer entlang der Tornower Chausee bis zur Miniaturstadt Bützow und in die andere Richtung noch einmal 1,5 Kilometer über die Fritz-Reuter-Allee in die Innenstadt.
Montag bis Freitag verkehrt die rebus-Linie 208 zwischen Bahnhof und Bützow, Am Hafen, sowie der Haltestelle Gewerbegebiet ganz in der Nähe des Freizeit- und Familienparks Miniaturstadt Bützow.
Der Bus fährt auf dem Weg vom Bahnhof ins Gewerbegebiet über 40 Minuten durch die Stadt – von der Haltestelle Am Hafen am Rand der Innenstadt sind es dagegen in die andere Richtung nur 5 bis 10 Minuten bis zum Gewerbegebiet. Daher empfiehlt es sich, mit der Buslinie 208 vom Bahnhof zur Haltestelle Bützow, Am Hafen zu fahren und zunächst zu Fuß die Innenstadt zu besichtigen. Auf dem Rückweg nimmt man vom alten Hafen den Bus derselben Linie zum Gewerbegebiet. Damit hat man auch gleich den Vergleich zwischen der „großen“ Stadt heute und der historischen Miniaturstadt.
Am Wochenende verkehrt der Rufbus „rubi“. Dieser Bus fährt nur dann, wenn man sich bis eine Stunde vor der Abfahrt unter rebus.de/rubi registriert und Start, Ziel sowie die Anzahl der Personen eingibt.
Ende des Expander-Inhaltes
Weitere Tipps für den Ausflug nach Bützow
Es lohnt natürlich, vor dem Besuch der Miniaturstadt die „große“ Stadt zu besichtigen. Dazu fährt man mit dem Bus bis zum alten Hafen (Haltestelle: Bützow, Am Hafen). Über die Langestraße kommt man zum Markt mit dem schmucken Rathaus im Tudor-Stil und zum Kirchplatz mit der beeindruckenden Stiftskirche. Linker Hand die Schlossstraße entlang sind das Bützower Schloss und das Krumme Haus zu finden.
Das Krumme Haus gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt Bützow. Im 15. Jahrhundert als Bestandteil der Bischofsburg errichtet, beherbergt es heute die Stadtbibliothek, das Heimatmuseum und eine Dokumentation zum politischen Missbrauch des Strafvollzuges in der Zeit von 1812 bis 1989.
Nach dem Stadtrundgang kann es wieder zum alten Hafen zurückgehen zu einem süßen Zwischenstopp: Im Eispavillon am Alten Hafen wird seit mittlerweile 15 Jahren Eis selbst gemacht, gern auch in ungewöhnlichen Sorten wie Melone oder Cookie.
Nur ein Stück weiter fährt am Ufer der Warnow das Elektromotorschiff „Warnowlöper“ immer Mittwoch, Samstag und Sonntag nachmittags nach Schwaan. Auf der 3,5 Stunden langen Fahrt erzählt der oder die Bootsführende Wissenswertes über die Naturlandschaft des Warnowtals und Sehenswürdigkeiten wie die Burg Werle.
Und dann ist da noch das Geschichte atmende Gemäuer des Klosters Rühn, rund drei Kilometer von Bützow entfernt. Hin kommt man zu Fuß, mit dem Leihrad (z.B. über wanderer-aktivtour.de) oder nach Voranmeldung unter rebus.de/rubi mit dem Rufbus rubi.
Ende des Expander-Inhaltes
Tipp zum Reinhören und Reinschauen
Maike und Ingo vom Podcast „Treib gut!“ waren bereits auf Erkundungstour in Bützow, auf dem Bützower See und in der Miniaturstadt unterwegs. Wie die beiden fast in London gelandet wären, wie sie ihr handwerkliches Geschick in der Werkstatt der Miniaturstadt auf die Probe stellen und was sich auf einer Stadtführung Spannendes über die schillernde Vergangenheit von Bützow erfahren lässt, hören Sie im Podcast „Treib gut!“, Folge 50: „Britisches Flair an der Bützower Temse“. Hier finden Sie auch Fotos und ein Video zur aktuellen Podcast-Folge.