Ausflug mit der Bahn nach Pasewalk und Jatznick

Zum Inhalt springen

Pasewalk und Jatznick

Zu Besuch in der Stadt der Kürassiere und in der Forstsamendarre Jatznick 

Ein Tag – zwei Besichtigungen: Dieser Ausflug mit der Bahn nach Pasewalk und Jatznick verbindet Stadtgeschichte mit den Geheimnissen des Waldes. Pasewalk als ehemalige Garnisonsstadt, Eisenbahnknotenpunkt und Wasserwanderstation an der Uecker lässt sich bei einem historischen Stadtrundgang erkunden. Davor oder danach lädt in Jatznick die Forstsamendarre zu Besuch. Hier wird Saatgut für die Forstwirtschaft geerntet und gelagert. Mehr darüber kann man bei einer Führung erfahren. Zusammen mit dem umweltpädagogischen Lehrpfad zu Bäumen und Sträuchern sowie einer Fahrt mit der Draisine wird daraus ein abwechslungsreicher Ausflug auch für Familien.  

Ein Mann und ein Mädchen stehen in der Dauerausstellung vor einem Modell der Forstsamendarre Jatznick
Ein Mann und ein Mädchen stehen in der Dauerausstellung vor einem Modell der Forstsamendarre Jatznick
Quelle: Gunther Baumung, Landesforstanstalt MV
Die Forstsamendarre Jatznick bietet ungewöhnliche Einblicke in die Forstwirtschaft

775 Jahre Pasewalk: Rundgang zur bewegten Stadtgeschichte

Pasewalk feiert in diesem Jahr 775 Jahre Stadtgeschichte. Bekannt ist der Ort an der Uecker vor allem als Garnisonsstadt und als Eisenbahnknotenpunkt. 1867 erfolgte die Anbindung an die Bahnstrecke Neubrandenburg – Stettin. Heute kreuzen sich hier die Linien RE3 und RE4 und man gelangt in alle Himmelsrichtungen mit der Bahn, zum Beispiel bis Lübeck, Stralsund, Ueckermünde und Berlin.

Die Soldaten des preußischen Königs und des späteren Kaisers bewegten sich dagegen hoch zu Ross fort. Um nach dem 30-jährigen Krieg den Frieden zu schützen, wurde ein Dragonerregiment in Pasewalk stationiert. Aus diesen Vorläufern der berittenen Kavallerie gingen später die kaiserlichen Kürassiere hervor. Heute erinnern daran das Kürassierdenkmal von 1922 auf dem alten Friedhof und das ehemalige Offizierskasino mit dem Kürassierpark, das 1869 eröffnet wurde. Als Kreiskulturhaus hat es einen neuen Nutzen gefunden.

Ein historischer Stadtrundgang führt noch weiter in die Geschichte ein. Entlang der bis zu neun Meter hohen Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert geht es zum Pulverturm, dem Prenzlauer Tor mit dem Stadtmuseum, zum Mühlentor und dem Wahrzeichen der Stadt, dem „Kiek-in-de-Mark“ – ein Turm an der südlichen Stadtbefestigung. Im Stadtmuseum lässt sich Näheres zur frühen Geschichte der Region und zur Entwicklung der Garnisonsstadt erfahren. Außerdem beschäftigt sich eine Ausstellung mit dem pommerschen Künstler Paul Holz (1883-1938). Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind die Feldsteinkirche St. Nikolai, die als Kulturort genutzt wird, und die Stadtbibliothek in einem rekonstruierten Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert.   

Das Stadtmuseum Pasewalk ist ein roter Backsteinbau mit Fachwerk-Aufsatz
Das Stadtmuseum Pasewalk ist ein roter Backsteinbau mit Fachwerk-Aufsatz
Quelle: S. Wolff
Das Stadtmuseum von Pasewalk im Prenzlauer Tor

Forstsamendarre Jatznick: Die Kinderstube des Waldes

Weniger als 10 Minuten sind es mit der Bahn von Pasewalk nach Jatznick. Dort ist man in wenigen Schritten vom Bahnhof an der Forstsamendarre. Hier werden, wie nur an sieben weiteren Orten in Deutschland, Zapfen und Früchte von Bäumen und Sträuchern getrocknet, um ihr Saatgut schonend zu ernten und für die weitere Verwendung zu lagern. Das so gewonnene Saatgut von circa 25 verschiedenen Baumarten wird dann genutzt, um neue Bäume anzupflanzen – aus kleinen Samen wachsen Kiefern und Douglasien, Tannen, Rotbuchen oder Traubeneichen. Und schließlich entstehen ganz neue Wälder. Gleichzeitig ist die seit 1923 bestehende Forstsamendarre ein lebendiges historisch-technisches Denkmal. Das Wort „Darre“ stammt übrigens von „darren“, was dörren oder trocknen bedeutet.

Wer mehr darüber wissen möchte, kann die Dauerausstellung zur Forstwirtschaft besuchen oder Dienstag und Donnerstag um 10 oder 14 Uhr an einer Führung teilnehmen. Dabei wird anschaulich gezeigt, wie die Samen aus den Zapfen gewonnen werden, und auch die Entwicklung vom historischen Speicher zur modernen Produktion wird erklärt. Im Eintritt inbegriffen sind der Lehrgarten mit mehr als 90 Arten von Bäumen und Sträuchern und das „grüne Labyrinth“. Kräuterkundige und solche, die es werden wollen, interessieren sich besonders für das Herbarium. Eine Fahrt mit der Draisine rundet den Besuch ab, und für die Jüngsten steht ein Spielplatz bereit. Ein Imbiss bietet kleine Snacks zur Stärkung. 

Die Forstsamendarre Jatznick ist ein mehrstöckige Gebäude mit imposanter Holzfassade und rechteckigem Turm
Die Forstsamendarre Jatznick ist ein mehrstöckige Gebäude mit imposanter Holzfassade und rechteckigem Turm
Quelle: Gunther Baumung, Landesforstanstalt MV
Die Forstsamendarre in Jatznick

 

Alle Informationen für Ihren Ausflug nach Pasewalk und Jatznick

Kontakt

Stadtinformation Pasewalk Am Markt 1217309 PasewalkTel. 03973 251-232www.pasewalk.de

Forstsamendarre JatznickRothemühler Chaussee 1a 17309 JatznickTel. 039741 899190www.wald-mv.de Besuch der Dauerausstellung: Montag bis Freitag 10 bis 15 Uhr, Führungen: Dienstag und Donnerstag jeweils um 10 und um 14 Uhr 

Ende des Expander-Inhaltes
Anreise mit der Bahn

Mit den Linien RE3 und RE4 geht es nach Pasewalk und Jatznick. Das Stadtzentrum von Pasewalk liegt ca. einen Kilometer vom Bahnhof Pasewalk entfernt. Die Forstsamendarre liegt praktisch gegenüber vom Bahnhof Jatznick.

Die Fahrpläne der Linien RE3 und RE4 finden Sie unter Downloads. Sie können Ihre Anreise aber auch ganz bequem mit der Reiseauskunft planen.

Ende des Expander-Inhaltes
Weitere Tipps für den Ausflug nach Pasewalk und Jatznick

Der Besuch in Pasewalk und Jatznick lässt sich bestens verbinden – mit den Bahnlinien RE3 und RE4 ist man in weniger als 10 Minuten am jeweils anderen Ort. In Pasewalk kann neben dem Stadtrundgang noch einiges erkundet werden. Zum Beispiel der rund 125 Jahre alte Lokschuppen mit seiner großen eisenbahntechnischen Ausstellung in der Speicherstraße 14 am alten Wasserturm, täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr. Im angeschlossenen Regioladen gibt es Schmackhaftes und Saisonales aus der Umgebung zu kaufen. Nur sonntags öffnet das Feuerwehrmuseum in der Torgelower Straße 33 von 14 bis 18 Uhr. Vom 4. bis 6. September feiert Pasewalk das 775-jährige Jubiläum der Stadt mit Musik, Tanz und Unterhaltung auf dem Marktplatz.  

Wer sich stärken möchte, schaut sich in der Innenstadt von Pasewalk um. Ein besonderer Tipp ist das von Diana Strembicka und ihrem Mann Andrii Strembicki vor drei Jahren eröffnete „Mr & Mrs“ direkt am Markt mit großer Außenterrasse und internationalen Speisen. Für den Nachtisch bietet sich das Eiscafé am Eck, ebenfalls am Markt, an.  

Von Jatznick aus kann man alternativ für den süßen Genuss eine Station weiter mit dem RE3 bis Ferdinandshof fahren und bei Schnellis Eismanufaktur und Café vorbeischauen (täglich 13 bis 18 Uhr).   

Ende des Expander-Inhaltes

 

Weitere Inspirationen für den Ausflug mit den Bahnlinien RE3 und RE4